Es gab in letzter Zeit
vermehrt Anfragen, worum es denn bei diesem "Streit", den der 1. WCD mit einer
nicht mehr dem Verein angehörenden Züchterin habe, ginge. Ich
möchte hier versuchen, ein wenig zur Klärung beizutragen und zu
zeigen, dass es sich eben nicht um "Vereinsquerelen" handelt, sondern es ganz
konkrete Punkte für die Trennung von dieser Züchterin gegeben hat.
Ich möchte zunächst zu einigen Aussagen auf ihrer
Webseite etwas sagen:
Zitat 1: "... es wurde [vom WCD bzw. dessen
Mitgliedern] kein Anschluss an einen Dachverband zur kontrollierten
Zuchtüberwachung gewünscht"
Dies trifft insofern zu, als dass
die auch heute noch geltende Zuchtordnung die Einkreuzung der Ausgangsrassen
Briard und Aussie vorsieht, um eine möglichst breite Zuchtbasis aufbauen
zu können. Nur so ist gewährleistet, dass die Gesundheit der Hunde
auch in Zukunft bestehen bleibt. Aus diesem Grund - der Einkreuzung der
Ausgangsrassen - scheiterte der Versuch, uns einem Dachverband anzuschliessen.
Der Anschluss hätte bedeutet, dass nur noch Wäller mit Wäller
verpaart werden dürften. Dies ergab aber zum damaligen Zeitpunkt - und
auch heute noch - keinen Sinn, da die Zuchtbasis dafür einfach noch zu
klein ist.
Zitat 2:"... Zuchtzulassungsprüfung = wurden
mehrmals nicht nach dem Hund sondern nach dem Führer erteilt- oder nicht
erteilt!"
Mir ist klar, auf was sich diese Anspielung bezieht, da ich
selbst mehrere Jahre in der Zuchtkommission tätig war und auch einige
Prüfungen mit abgenommen habe. Mehrmals wurde eine Hündin
vorgestellt, die vom Wesen her einfach nicht unseren Vorstellungen einer guten
Zuchthündin entsprach. Dass sich diese Hündin zu Hause ganz anders
verhält, mag sein, aber erstens ist es doch der Sinn solch einer
Prüfung herauszufinden, ob ein Hund die Souveränität und
Selbstsicherheit hat, um sich auch an für ihn fremden Orten und unter
Streßbedingungen locker zu zeigen. Zweitens konnten wir nun mal nur das
beurteilen, was wir an diesen Tagen sahen. Und das war eine alles andere als
sichere Hündin. Mit ihr zu züchten hätte keine Verbesserung der
Rasse bedeutet, was aber bei der Zucht an erster Stelle stehen sollte.
Übrigens wurde auch schon anderen Hunden, die nicht von der gleichen
Züchterin kamen, die Zuchtzulassung verweigert, weil sie trotz eines
schönen Körperbaues nicht das Wesen zeigten, das für uns wichtig
war und ist.
Zitat 3:" Es traten schon seid einiger Zeit immer
mehr aus dem WCD aus, die nicht mit dem Verein und deren Betreuung zufrieden
waren."
Wie ich jetzt (März 2003) erst erfahren habe, fanden diese
Austritte damals wegen eines Mitgliedes statt, das heute nicht mehr im Verein
tätig ist. Diese Leute sind ausgetreten, weil sie mit den Machenschaften
dieses ehemaligen Mitgliedes nicht einverstanden waren und haben dies in ihren
Kündigungen auch so formuliert. Die Leute, die jetzt einen neuen
Wäller-Verein gegründet haben, waren bis auf zwei vorher gar keine
Club-Mitglieder im 1.WCD. Es war also nicht so, dass die ausgetretenen Personen
sich alle in diesem neuen Verein zusammengefunden haben, wie oft behauptet
wird.
Zitat 4:"Durch die kontrollierte Zucht mit Wäller X
Wäller - was Rassehundezucht in annerkannten Vereinen nur zulässt-,
sind wir dann auch der Anerkennung der Rasse beim VDH/FCI ein Stück
näher."
Nochmal: Durch die Verpaarung von Wäller mit
Wäller wird die Basis immer weiter verkleinert, es gibt sehr viele
verwandte Hunde und die Gesundheit leidet darunter. Aus diesem Grund hat sich
der WCD dazu entschlossen, auch weiterhin die Ausgangsrassen einzukreuzen.
Daher verzichten wir momentan auch auf den Anschluss an einen grösseren
Verband oder gar auf die Anerkennung unserer Rasse, da dies immer bedeuten
würde, mit der Einkreuzung aufzuhören und mit einer viel zu kleinen
Basis zu züchten.
Die dann sich verfestigenden Krankheiten (beispielsweise HD)
könnten nicht mehr kontrolliert oder gar herausgezüchtet werden.
Zitat
5:"Denn unsere Hunde werden nicht unkontrolliert gezogen oder wildverpaart
sondern sogar von rasseunabhängigen Richtern beurteilt und auf familien-
und umweltfreundliches Wesen (was nicht wie im WCD einstudiert werden kann!)
überprüft!"
Ich frage mich bei solch einer Aussage, was denn
hier einstudiert werden kann? Natürlich wird hier auch Gehorsam
geprüft. Leinenführigkeit, Ablegen und ähnliches kann auf jedem
Hundeplatz geübt werden. Aber auch das Vorführen eines Hundes im
Ausstellungsring kann und wird in vielen Vereinen geübt, um dem Hund
optimale Chancen zu geben. Ein unerschrockenes oder freundliches Wesen kann
aber selbst beim WCD von keinem Hund und Hundeführer "einstudiert" werden.
Und nun noch etwas anderes:
| Ein Verein, der einen
freundlichen Familienhund züchten will, muss auch Wert legen auf eine
optimale Aufzucht der Welpen. Diese ist aber nicht gewährleistet, wenn in
einer Zuchtstätte gleichzeitig mehrere Würfe (z.B. drei Würfe
innerhalb einer Woche) fallen. Zeigt sich der/die Züchter/in nicht
einsichtig, dann ist dies ein erster Grund, sich von diesem/dieser
Züchter/in zu trennen. |
|
| Hat ein/e
Züchter/in eine läufige Zuchthündin, so sollte es
selbstverständlich sein, dass er/sie besonders auf diese achtet, damit es
nicht zu einer ungewollten Verpaarung kommt. Sollte dies dann doch geschehen,
gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Trächtigkeit abzubrechen.
Dies ist besonders dann angeraten, wenn die beiden Tiere (Rüde und
Hündin) Geschwister sind. Besitzen beide Hunde dann auch noch das
Merle-Gen, ist es sicher, dass auch blinde und/oder taube Welpen auf die Welt
kommen. Dann sollte der Gang zum Tierarzt doch der nächste Schritt sein.
Läßt ein/e Züchter/in es zu, dass dieser Wurf dann doch
ausgetragen wird, dann zweifle ich persönlich schon an seiner/ihrer
Kompetenz. |
|
| Unverständlich ist
es mir auch, wie der/die Besitzer/in einer Briard-Zuchthündin diese sowohl
von einem Briard als auch von einem Wäller decken lässt und den zu
erwartenden Wurf beim WCD als Wäller-Wurf und beim Briard-Club als
Briard-Wurf anmelden kann. Dies ist für mich schlichtweg Betrug, da ja nur
mit komplizierten Untersuchungsmethoden geklärt werden kann, welcher
Rüde nun wirklich der Vater der Welpen ist. Und selbst das ist dann noch
nicht einmal ganz sicher. |
Treten nun diese drei Punkte
im gleichen Zwinger auf, so kann ich diesem Züchter / dieser
Züchterin doch in keinem weiteren Punkt mehr vertrauen. Soll aber nun die
Glaubwürdigkeit des ganzen Vereines - und der Wäller-Idee an sich -
nicht in Verruf kommen, so müssen die Konsequenzen gezogen werde und die
Trennung von diesem Menschen wird vollzogen.